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Gefahrstoffkommunikation

Nachdem die gesetzlichen Vorgaben von der EU beschlossen wurde, sucht der deutsche Baustoff-Fachhandel nun nach durchführbaren Lösungen für die Praxis. Denn die Verordnung REACH sieht vor, dass erst die Hersteller den Händlern und dann die Händler ihren gewerblichen Kunden zu jedem Gefahrstoff ein bis zu 100-seitiges Sicherheitsdatenblatt aushändigen und dieses zusätzlich archivieren. So irreal diese Forderung auch ist, so real sind die Bußgeldbescheide, die von einzelnen Bundesländern bereits bei Verstößen verhängt werden.
Das zweite europaweite Überwachungsprojekt REACH-ENFORCE 2 startet noch in 2011und soll Geld in die leeren Kassen der Landeshaushalte bringen. Denn zur Prüfung der Kommunikation in den Lieferketten sind auch Stichproben im Baustoff-Fachhandel geplant – und die „Erfolgschancen“ sind hoch: Weil es in der Praxis nahezu unmöglich ist, den Weitergabe-Forderungen von Gefahrstoffinformationen nach REACH gerecht zu werden, verschließen viele Fachhändler derzeit die Augen vor drohenden Geldstrafen. Eins ist deshalb unumstritten: Es muss eine Branchenlösung her, die den Bestimmungen gerecht wird und dabei das Tagesgeschäft im Baustoff-Fachhandel geringstmöglich beeinträchtigt.
So genoss der Umgang mit der EU-Chemikalienverordnung auch in der Aufsichtsratssitzung der BauDatenbank höchste Priorität. „Mit hochrangigen Vertretern aus Industrie und Fachhandel ist die regelmäßige Versammlung prädestiniert, um über Lösungen zu diskutieren, die allen Marktteilnehmern gleichermaßen zugutekommen“, lobte Dirk Schöning, Geschäftsführer der BauDatenbank, die diesjährige Gesprächsrunde in paritätischer Besetzung. Es wurde jedoch nicht nur diskutiert, es gab vielmehr breiten Konsens über die weitere Vorgehensweise beim Thema REACH: Ein erstes Konzept der BauDatenbank soll weiter verfolgt und im nächsten Schritt mit den zuständigen Behörden und relevanten Industrieverbänden abgestimmt werden. Denn um Baustoff-Fachhändler dauerhaft vor drohenden Bußgeldbescheiden schützen zu können, muss schließlich eine praxisgerechte Wahrnehmung der Kommunikationspflichten gefunden werden, die auch von offizieller Seite für verordnungskonform befunden wird.
Das vorläufige Konzept sieht vor, die von der Industrie erstellten Sicherheitsdatenblätter digital an zentraler Stelle bei der BauDatenbank zu speichern, so dass sie für die Händler und ihre gewerblichen Kunden jederzeit zugänglich sind. Da die reine Bereitstellung jedoch laut REACH nicht ausreicht, um den Kommunikationspflichten über Gefahrstoffe nachzukommen, plant die BauDatenbank noch einen Schritt weiter: Zu jedem betroffenen Artikel würde in den Artikelstammdaten künftig ein Link hinterlegt werden, der direkt zum entsprechenden Sicherheitsdatenblatt führt. Dieser könnte über die gewohnten Schnittstellen direkt in die Warenwirtschaftssysteme der Fachhändler übernommen werden. Beim Kauf eines Gefahrstoffes durch einen gewerblichen Kunden würde an seine hinterlegte E-Mail-Adresse automatisiert ein PDF des entsprechenden Sicherheitsdatenblattes gesendet.
So würden die gefahrstoffrelevanten Informationen – wie in der EU-Verordnung gefordert – nicht nur bereitgestellt, sondern tatsächlich „weitergereicht“. Zugleich könnte dieses Verfahren die Möglichkeit eröffnen, parallel praxisrelevante Betriebsanweisungen an die gewerblichen Kunden zu übersenden und damit tatsächliche Mehrwerte u.a. für Handwerksbetriebe zu schaffen. Denn während das umfangreiche Sicherheitsdatenblatt-Manuskript aus Zeitgründen im Berufsalltag wohl nur selten gründlich studiert werden kann, listet die Betriebsanweisung übersichtlich die wichtigsten Gefahren und Verhaltensregeln zu einem Produkt auf ein bis zwei Seiten auf. Diese werden von der Berufsgenossenschaft Bau zur Verfügung gestellt.
Erste Gespräche mit den zuständigen und Industrieverbänden signalisieren grünes Licht für eine Weiterentwicklung dieser Grundidee. Die entscheidende Konferenz mit breiter Beteiligung findet hierzu im Juni statt und ebnet dann hoffentlich die nächste Stufe für eine Branchenlösung zum Thema REACH.
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Unter www.baudatenbank.de/reach finden Sie weitere Informationen rund um die Chemikalienverordnung sowie ihre Auswirkungen für den Baustoff-Fachhandel.
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In einer anschaulichen Präsentation finden Sie hier
weitere Details zum ersten Lösungskonzept der BauDatenbank. |
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